Veranstaltungsrückblick

Am Montag, den 13.06.2022 war es endlich wieder so weit. Nach zweijähriger Corona-Pause konnte bereits zum sechsten Mal der Fach- und Begegnungstag Demenz zum diesjährigen Motto: „Demenz – Mitten im Leben“ in Kloster Irsee stattfinden. Erstmalig übernahm in diesem Jahr die Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben die Organisation und führt somit das Veranstaltungskonstrukt von der Demenzhilfe Allgäu weiter.

Rund 170 Ehrenamtliche Helfer*innen, Betroffene, pflegende Angehörige und hauptamtliche Akteure aus den verschiedenen Bezirken Schwabens kamen in den schönen Räumlichkeiten des Bildungswerkes des Kloster Irsee zusammen.

Nach der einleitenden Begrüßung durch Martin Girke vom Bildungswerk Irsee, hob Prof. Philipp Prestel von der Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben in seiner Begrüßung hervor, dass der Fachtag nicht nur eine Möglichkeit zur Begegnung bietet und der fachlichen Entwicklung dient, sondern auch ein Stück des Dankes der Region an die Helfenden ausdrückt.

Der bayerische Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek richtete Video-Grußworte an alle Teilnehmer und Ehrenamtliche. Er bedankte sich für den Einsatz der Anwesenden und betonte, dass „die Menschen, die dieses Thema auch nach außen bringen, […] das Entscheidende sind“.

In dem ersten Vortrag des Tages erläuterte Peter Wißmann vom Team WaL (Wachstum ab der Lebensmitte) mit vielen Beispielen aus der Praxis, wie Partizipation bei Menschen mit Demenz gelingen kann.

Im Anschluss verfolgten die Teilnehmer*innen gespannt die Vorstellung „Die Gartenbank – Verliebt, verlobt, Vergissmeinnicht“ ein Maskenspiel des Theater Ferdinande über das Ehepaar Margot und Willi. Als Willi an Demenz erkrankt stellt dies die Beziehung der beiden vor große Herausforderungen.

 

Der Nachmittag setzte sich aus einem Angebot von insgesamt acht verschiedenen Workshops zusammen. Alle Teilnehmer hatten die Möglichkeit an zwei ausgewählten Workshops teilzunehmen.

Bei den Referenten Annette Arand und Christian Schmid von Wohlbedacht e.V. aus München konnten Teilnehmer einen Workshop zum Thema Umgang mit herausforderndem Verhalten besuchen. Ganz nach ihrem Ansatz: sanftMUTIG! Betreuen und Pflegen.

Frau Angelika Wenninger, Ökotrophologin und zertifizierte Ernährungsberaterin, beschäftigte sich bei ihrem Vortrag mit dem Thema: Gut Trinken und Essen trotz Vergessen.

Zentraler Punkt in dem Vortrag von Herrn Josef Epp war die stärkende Spiritualität und wie und aus welchen Quellen man neue Kraft ziehen kann.

Herr Gerhard Stadler, Demenzbeauftragter des Landkreis Ostallgäu erklärte den Teilnehmern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Demenz und Depression und wie man diese erkennen kann.

Frau Svenja Sachweh von TalkCare, nahm alle Interessierten mit auf einen einstündigen Workshop mit dem Ziel die Kommunikation mit demenzerkrankten Menschen zu verbessern.

Frau Birgit Prestel, Koordinatorin für Hospizarbeit, beschäftige sich in ihrem angebotenen Workshop mit der Betreuung und Begleitung Demenzkranker Menschen am Lebensende.

Musiktherapeutin Frau Rüdenauer-Speck beschäftigte sich mit dem Thema Musik als Brücke. Teilnehmer lernten verschiedenste Musikinstrumente kennen und konnten diese ausprobieren.

Um Seltene Demenzformen ging es in dem Vortrag von Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid vom Zentrum für Altersmedizin; kbo- Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg.

 

Hier noch ein paar Stimmen von Teilnehmern:

 

„Danke für diesen interessanten und informativen Tag!“

 

„Sehr gute Referentenauswahl, danke für die vielen Impulse.“

 

„Ein rundum gelungener Tag: die Workshops, das Essen, ich freue mich auf nächstes Jahr!“

 

Zum abschließenden Ausklang eines sehr gelungenen Tages waren alle Anwesenden noch zum gemeinsamen Austausch bei Kaffee und Kuchen im Festsaal des Kloster Irsee eingeladen.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Referenten, für die spannenden und vielseitigen Inputs und Impulse, ebenso bei der Buchhandlung Menzel in Kaufbeuren für die Unterstützung beim Büchertisch und bei dem Bildungswerk Irsee für die erfolgreiche Zusammenarbeit, damit dieser Tag möglich war! Außerdem ein herzliches Dankeschön an die vielen Teilnehmer*innen für Ihre rege Beteiligung und Ihr Engagement für Menschen mit Demenz!


Am Donnerstag, den 22.07.2021, veranstaltete die Fachstelle am Institut für Gesundheit und Generationen die erste Schwäbische Fachtagung zum Thema „Lebensqualität bei Demenz und Pflege“ im Bildungs- und Tagungszentrum Kloster Roggenburg / Landkreis Neu-Ulm. Nach vielen Online-Veranstaltungen waren alle Beteiligten froh, dass der Fachtag mit begrenzter Teilnehmerzahl vor Ort in Präsenz stattfinden konnte. Im Rahmen der Veranstaltung wurden verschiedene Methoden und Projekte vorgestellt, die die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen verbessern möchten. Eingeladen waren Mitarbeiter*innen von Fachstellen für pflegende Angehörige, Pflegestützpunkten, Trägern von Angeboten zur Unterstützung im Alltag, Gebietskörperschaften und sonstigen Beratungs- und Unterstützungsstellen.

Nach einem kurzen Come-together mit Kaffee und Brezen wurde der Tag von Rebecca Jörg und Prof. Dr. Philipp Prestel eröffnet und moderiert.

Es folgte der erste Vortrag von Dr. Stephanie Kirschhock vom BKH Kempten über die Angehörigenschulung „EduKation Demenz®“. Stephanie Kirschhock gab in ihrem Vortrag einen Überblick über den Hintergrund und das Konzept der Schulung und berichtete über Ihre Erfahrungen aus der Praxis. EduKation Demenz® ist ein evidenzbasiertes Konzept zur Schulung von Angehörigen eines Menschen mit Demenz. Angehörige sind durch die Pflege häufig stark belastet und haben ein hohes Risiko selbst pflegebedürftig zu werden. Die Schulung vermittelt den Angehörigen Wissen und Verständnis für die Krankheit, stärkt sie in ihrer Rolle als eigenständige Person und Pflegende und gibt ihnen Methoden zum besseren Umgang an die Hand. Die zehn Sitzungen bieten außerdem viel Raum für Erfahrungsaustausch. Die Belastung der Angehörigen ist nach Beendigung der Schulung messbar geringer.

Beim zweiten Vortrag von Andrea Schwaderlapp ging es um das Thema psychische Gesundheit. „Mental Health First Aid (MHFA)“ ist ein in Australien entwickeltes Konzept für einen Erste-Hilfe-Kurs für psychische Gesundheit. Andrea Schwaderlapp ist MHFA Instruktorin und bietet den Kurs in Deutschland an. Der Kurs vermittelt grundlegende Kenntnisse über verschiedene psychische Krankheiten und zeigt den Teilnehmer*innen Handlungsweisen, wenn Sie eine psychisch belastete in ihrem Umfeld wahrnehmen. Dabei sollen Ersthelfer*innen sollen keine Therapie für Betroffene übernehmen, sondern diese z.B. zu einem ersten Arztbesuch animieren und begleiten. Ziel des Kurses ist die Sensibilisierung der Teilnehmer*innen um damit besseres Verständnis für die Erkrankten zu erreichen. Außerdem können Ersthelfer*innen (präventiv) dabei helfen, psychische Krankheiten frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern und nicht erst im Krisenfall.

Der nächste Vortrag „Yoga auf dem Stuhl“ von Sabine Pfau vom Singliesel Verlag beinhaltete sowohl einen theoretischen wie auch einen praktischen Teil. Zunächst referierte Sabine Pfau über die Grundlagen von Yoga sowie die Besonderheiten von Yoga bei älteren Menschen, insbesondere bei Menschen mit Demenz. Ziel beim Yoga ist es die innere Mitte zu finden und somit das Wohlbefinden zu steigern. Yoga steigert nachgewiesen das Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen mit Demenz. Im Bereich der Selbstfürsorge kann Yoga aber auch für Angehörige, Ehrenamtliche Helfer und Fachkräfte helfen, um die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden zu erhalten. Nach dem theoretischen Input waren die Teilnehmer*innen eingeladen an einer kurzen Einheit Yoga auf dem Stuhl teilzunehmen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Klostergasthof folgten Grußworte und ein kurzer Vortrag zur Bayerischen Demenzstrategie von Dr. Christine Schwendner, die der Veranstaltung live zugeschalten wurde. Dr. Christine Schwendner ist Leiterin des Referats 42 im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und konnte durch Beispiele gelungen Einblicke in die jeweiligen Handlungsfelder der Demenzstrategie geben.

Anschließend folgte der Vortrag „Urlaub und Pflege – wie geht das?“ von Andreas Hase vom Familienerholungswerk der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. Das Familienerholungswerk unterhält drei Feriendörfer im Allgäu am Bodensee und im Schwarzwald. Dort werden u.a. neben Familienerholung auch Urlaubswochen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige, meist die Ehepartner*innen, angeboten. Unter dem Titel „Urlaub für dich und mich“ Organisiert das Familienerholungswerk eine Woche, in der das Programm speziell auf die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz und deren Angehörige ausgerichtet ist. Es gibt gemeinsame und getrennte Aktivitäten, sodass auch die Erholung der Angehörigen nicht zu kurz kommt. Gruppenaktivitäten bieten Raum zum Austausch mit Gleichgesinnten.

Auch der nächste Vortrag bewegt sich im ländlichen Bereich. Doris Kettner berichtete über das Projekt „Besuche auch dem Hoimahof“ von der Alzheimer Gesellschaft Lechrain e.V. Einmal im Monat besucht die Alzheimer Gesellschaft mit bis zu fünf Ehepaaren, bei denen eine*r von Demenz betroffen ist, den Hoimahof. Was einfach klingt, stellt eine große Bereicherung für die Betroffenen dar. Auf dem Programm steht ein Rundgang über den Hof sowie Kaffee und Kuchen mit Vorlesung. Auch der gemeinsame Austausch kommt dabei nicht zu kurz. Die Menschen mit Demenz haben in geschütztem Rahmen außerdem die Möglichkeit den Hof auf eigene Faust zu erkunden.

Zum Abschluss des Tages wurden die einzelnen Vorträge nochmal von den Fachstellenmitarbeiter*innen zusammengefasst.

Die Fachstelle möchte sich an dieser Stelle nochmal bei allen Teilnehmer*innen, Referent*innen, Dr. Christine Schwendner und den Mitarbeiter*innen vom Kloster Roggenburg bedanken, die zum Gelingen des ersten Fachtags der Fachstelle für Demenz und Pflege Schwaben beigetragen haben.